Stabilisieren von Holz: ein Überblick

Um die enzelnen Einflußfaktoren beim Stabilisieren von Holz zum Drechseln besser einschätzen zu können, habe ich mit Musterstücken etliche Testreihen gemacht, hier im Anschluß die Kurzfassung der Ergebnisse.

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Als „Testhölzer“ habe ich kleine Buchenkantel verwendet, sauber gewachsen, ohne Äste, einigermaßen gleichmäßig breite Jahresringe, damit ich die Testreihen miteinander möglichst gut vergleichen kann. Um bei den Versuchen den Überblick zu behalten, habe ich die Kantel jeweils numeriert und das Holzgewicht darauf vermerkt.

Es ist mir natürlich klar, dass hier keine wirklich exakten Ergebnisse zu erwarten sind. Nicht nur die Holzrohlinge sind doch unterschiedlich, auch die Temperatur ist nicht wirklich konstant zu halten, die Viskosität des Harzes kann ich eigentlich gar nicht messen, das Vakuum hat keinen konstanten Wert, sondern pendelt etliche Millibar nach oben und unten.

Alle Messergebnisse hier beziehen sich auf diese Testhölzer, bei anderen Hölzern werden die Ergebnisse natürlich anders sein, die Grundaussagen werden aber bleiben.

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Dazu habe ich die Vakuumanlage und das Harz verwendet, das Thomas Wagner im Angebot hat. Ich kann deshalb natürlich nur Aussagen dazu treffen, direkte Vergleiche zu anderen Produkten kann und will ich nicht stellen.
Das Harz ist ein Gemisch von Kunstharz und Lösungsmittel, ist gebrauchsfertig gemischt, kann allerdings für bestimmte Zwecke auch verdünnt werden.
Zuerst sollten die Holzrohlinge vorgedrechselt werden. Es macht keinen Sinn, Holz zu stabilisieren, das dann später wieder weggedrechselt wird. Das ist nicht nur teuer, sondern beeinträchtigt auch das Eindringen von Harz und vor allem das Trocknen.
Der Vorgang sieht folgendermaßen aus:

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Die Holzstücke werden in einen Behälter mit dem Harzgemisch gegeben, etwas beschwert, so dass sie in der Flüssigkeit untergetaucht bleiben.

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Dann das Ganze in die Unterdruckkammer. Diese ist in meinem Fall aus Kunststoff mit durchsichtigem Deckel.

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Die Unterdruckphase sollte langsam anlaufen, da am Anfang sehr viele Luftbläschen aus dem Holz austreten, und damit eine mehr oder weniger starke Schaumbildung einsetzt. Je mehr Holz gleichzeitig stabilisiert wird, umso mehr Schaum bildet sich natürlich.

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Der Unterdruck sollte natürlich so gut wie möglich sein, mehr als 800 Millibar Unterdruck bringen allerdings nach meinen Erfahrungen kaum etwas.
Die Unterdruckphase sollte 1 bis 2 Stunden dauern.

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Der Abbau des Unterdrucks sollte langsam erfolgen, ein zu schnelles Einströmen der Luft in den Behälter kann für sehr starke Verwirbelung und damit für Harzspritzer an der Innenwand des Vakuumgefäßes sorgen.

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Nach dem Beenden der Unterdruckphase beginnt der eigentliche Prozeß, bei dem das Harz in das Holz eindringt. Der Luftdruck der Umgebung presst das Harzgemisch vor allem über die Stirnseiten in das Holz.
Diese Wartezeit sollte auf jeden Fall 4 Stunden dauern, die Harzaufnahme ist dann im Großen und Ganzen beendet. Es schadet natürlich nicht, wenn die Phase länger dauert.
Die Trocknung erfolgt, indem das Lösungsmittel verdunstet. Die benötigte Zeit ist hier stark von der Größe des stabilisierten Holzes abhängig und vor allem natürlich von der Temperatur.
Ein Richtwert für Pen-Blanks bei Zimmertemperatur ist 4 Wochen.
Mittels einer kleinen Mikrowelle, und der in einem weiteren Beitrag angesprochenen Schaltung, kann man die Trocknungszeit aber problemlos auf 24 Stunden verkürzen. Es sollte auch mit einer Wärmekammer genauso funktionieren, hab ich aber noch nicht ausbrobiert.
Das Harz kann, verschlossen aufbewahrt, später wieder verwendet werden.

Genauere Einzelheiten meiner Versuche habe ich in eigene Beiträge gepackt:

 die Wartezeit
die Vakuumdauer
die Wartezeit
das Trocknen
der Versuchsaufbau
das Vakuum
die Holzfestigkeit

 

Und hier gehts zur passenden Rubrik im Forum

Vielen Dank

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4 Responses to Stabilisieren von Holz: ein Überblick

  1. Anonymous sagt:

    Welches Holz eignet sich zum stabilisieren.

    • Grundsätzlich eignen sich alle Hölzer, je nach Dichte nehmen sie natürlich mehr oder weniger Harz auf. Sinnvoll ist das Stabilisieren allerdings nur bei Hölzern, die sich aufgrund ihrer Eigenschaften sonst schlecht drechseln bzw. bearbeiten lassen, wie z.B. zu lange gestocktes Holz.

  2. Hans Peter Kraemer sagt:

    Der link zur passenden Rubrik im Forum führt ins Leere.

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