
Eine ganze Drechselbank voller farbenfroher Turmkreisel – jeder mit einem ganz eigenen Muster. Die Gestaltung ist zwar recht aufwendig, hat für mich aber nur wenig mit klassischer Malerei zu tun. Treffender sind es technische Spielereien mit Farbe, Rotation und Fliehkraft, bei denen sich das Ergebnis nie vollständig vorhersagen lässt.
Im Folgenden zeige ich Schritt für Schritt, wie die Farbverläufe auf Turm und Kreisel entstehen und welche selbst gebauten Vorrichtungen mir dabei helfen.

Grundierung und Grundfarbe
Zunächst grundiere ich beide Bauteile – den Turm und den eigentlichen Kreisel. Die Grundierung schafft eine gleichmäßige Oberfläche und sorgt dafür, dass die nachfolgenden Farbschichten gut haften.

Anschließend trage ich den Grundüberzug mit Acrylfarbe auf. An ausgewählten Stellen lasse ich die Farbe weich in schwarze Bereiche übergehen, wodurch bereits die erste Tiefenwirkung entsteht.

Farbgestaltung des Turms
Für die weitere Farbgestaltung habe ich eine besondere Halterung gebaut. Mit ihr lässt sich der Turm nicht nur von der Drechselbank rotieren, sondern zusätzlich um seine eigene Achse drehen. Dadurch kann ich die Farbpunkte gleichmäßig und gezielt auftragen.

Die einzelnen Farbpunkte trage ich mit einem kleinen Pinsel auf. Bei der anschließenden Rotation verlaufen sie in Richtung Turmspitze. Durch die entstehenden Luftverwirbelungen bilden sich dabei keine geraden Spuren, sondern elegant geschwungene Linien.
Eine passend zugeschnittene Schachtel dient als einfacher Spritzschutz und fängt herumfliegende Farbtropfen zuverlässig auf.
Bei der Arbeit mit dem rotierenden Werkstück halte ich ausreichend Abstand und bleibe außerhalb der möglichen Flugrichtung. Auch wenn mir dabei bislang kein Werkstück zu Bruch gegangen ist, sollte die notwendige Vorsicht selbstverständlich sein.

Farbgestaltung des Kreisels
Auch für den Kreiselkörper habe ich eine eigene Vorrichtung gebaut, mit der sich die gewünschte Verlaufsrichtung der Farbe steuern lässt.
Üblicherweise dreht sich ein Kreisel beim Bemalen um seine eigene Achse. Innen aufgetragene Farbpunkte werden dabei durch die Fliehkraft nach außen gezogen. Für dieses Design wollte ich den Verlauf bewusst umkehren: Die Farbe sollte von außen nach innen wandern, weil diese Richtung die Form des Kreisels besonders schön betont.
Auch hier verwende ich den Karton als Spritzschutz. Während der Rotation halte ich wiederum ausreichend Abstand zum Werkstück.

Ergebnis und Video
So kann ein fertig bemalter Kreisel aussehen. Durch das Zusammenspiel von Farben, Drehbewegung und Luftströmung entsteht jedes Mal ein individuelles Muster – kein Turmkreisel gleicht exakt dem anderen.
Damit sind die wesentlichen Arbeitsschritte zusammengefasst. Die genaue Vorgehensweise und die Bewegung der Farben während der Rotation zeigt das anschließende, etwa 16-minütige Video.
Gerade weil sich die Farbverläufe nur teilweise planen lassen, bleibt diese Gestaltungstechnik spannend. Mit unterschiedlichen Farbkombinationen, Punktgrößen und Drehzahlen entstehen immer neue Effekte. Viel Freude beim Experimentieren und beim Entwickeln eigener Muster!
Hallo Thomas,
ich bin von Deiner Info Seite total begeistert. Die bunten Turmkreisel
sind sehr gelungen.
Das Du Deine Projekte auch im Drechsler-Forum immer wieder
öffentlich machst finde ich sehr gut.
Deine Spannvorrichtung für durchbochene Anhänger habe ich mir aus
Multiplex nachgebaut, geht auch ganz gut.
Hallo Thomas,
wieder ein informativer Betrag in technischer perfekter Ausführung.