Vom Holzrohling zur Schale

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Eineinhalb Jahre ist er hinter meiner Werkstatt auf der Wiese gelegen, und trotzdem nur sehr wenig gerissen. Es ist ein schweres Stück Bergulme, mit kleinen Rissen, Rindeneinschlüssen und mehreren Kernbereichen, so dass man nie sagen kann, was am Ende dabei herauskommt.

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Zu zweit auf die Drechselbank gewuchtet, und mit der Kettensäge einigermaßen rund gemacht, damit man zum Drechseln anfangen kann.

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Zuerst mal die Außenform grob vordrechseln.

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Das genügt für heute, man sieht deutlich mehrere Kernbereiche und Rindeneinschlüsse, mal sehen, was wir draus machen.

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Nun den Rohling herunter genommen und die Planscheibe abgeschraubt.

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Zum Drechseln von Schalen sind geschwungene Handauflagen sehr hilfreich. Diese hier habe ich aus zwei Flachstählen zusammengeschweißt.
Ein feststellbarer Ring aus Messing sorgt immer für die richtige Höheneinstellung.

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Mit der 21er Röhre nun die Innenseite herausarbeiten.

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55 cm Durchmesser und ca. 30 cm Tiefe, das wird wohl eher ein Gefäß als eine Schale.
Hier die Außenseite noch mal sauber überdreht.

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Hier das Ganze noch mal genauer.
Die Auflage passt auch auf meine kleine Jet.
Sie wird mittels zweier Madenschrauben festgestellt.

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Ähnliche Handauflagenerweiterungen benütze ich auch zum Drechseln für Hohlgefäße.

Und weiter Material abtragen, morgen gehts weiter.

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Weiter geht es, der Innenraum wird mit der 13er Röhre ausgedrechselt.

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Diese Art der Handauflage für tiefe Gefäße bewährt sich eigentlich sehr gut, ich werde das demnächst mal etwas weiter entwickeln.

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Die Grundform ist fertig gedrechselt, die Wandstärke durchgehend einen knappen Zentimeter.

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Schon während der Berabeitung ist die Schale etwas kleiner geworden, sie hat jetzt noch 50 cm Durchmesser, da sich die Seitenteile nach innen ziehen.

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Weiter gehts mit Schleifen, wenn die Werkstatt wieder begehbar ist.

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Nun gehts an das Schleifen der Innen und Aussenseite. Ich verwende dazu hauptsächlich Schleifteller an einer biegsamen Welle entweder an einem geraden, oder wie hier, an einem Winkelhandstück.

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Je größer der Schleifteller, hier ca. 10 cm, desto weniger laufe ich Gefahr, Löcher oder Wellen ins Holz zu schleifen.

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Die Schleifteller sind inzwischen alle aus Eigenproduktion, bestehend aus 6mm-Dorn, mit Gewinde in eine Aluplatte geschraubt, 1 cm fester Moosgummi, und 2 cm etwas weicherer Moosgummi. Darauf die Klettauflage.
Für die Innenseiten von  Schalen haben sich abgerundete Schleifflächen sehr bewährt.

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Da der Schalenboden sehr tief ist, benutze ich hier als Halterung eine Handauflage für tiefe Gefäße.

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Nun ist die Schale auf beiden Seiten mit 240er Korn geschliffen.

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Der Fuß hat schon etwas angefangen zu reißen, deshalb wird es Zeit, den Schalenboden in diesem Bereich fertig, soll heißen etwas dünner zu drechseln.
Hier und auch an den Rändern der Schale stppe ich kleine Risse immer sofort mit sehr dünnflüssigem Sekundenkleber, das funktioniert sehr gut.

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Wahrscheinlich werden aus diesem Ring später drei Füße.

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Der Rezess für das Spannfutter bleibt noch dran, solange ich ihn  brauche.

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Um die Schale nicht so rustikal wirken zu lassen, schleife ich den Rand aussen rund und von der Form her etwas geschwungener.

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Das gilt natürlich auch für den einzigen größeren Riss.

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Die Löcher werden ausgefräst und ebenfalls wie der Rand verschliffen.

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Damit ist dieses Projekt ohne Feinschliff und Endbehandlung vorerst beendet.
Die Löcher in der Schale stören mich erheblich.
Nun könnte man es natürlich so lassen und  als Kunstobjekt bezeichnen, was aber nicht so meine Welt ist.
Irgendwann werde ich eine Idee haben, wie ich aus diesem Stück etwas besonderes mache.

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Bis dahin

 

… und 4 Wochen später …

 

kam vor der Idee ein Kunde, der zu Hause einen Platz hatte, für den er schon lange genau diese Schale gesucht hatte. Mit Mühe konnte ich ihn noch überreden, wenigstens die Oberfläche der Schale einmal zu ölen.

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