Ein Mammut – Projekt

Ein Mammutbaum mit, zumindest unten, 1 Meter Durchmesser.

Dank GerhardW liegt er nun bei mir auf der Wiese. Endlich mal eine Herausforderung für meine VB.

Nach Internet-Recherchen und einigen eigenen Versuchen mit kleineren Stücken ist klar:

Das Holz schwindet sehr wenig, und reißt dabei kaum. Ich ignoriere also alles, was ich bisher über Holz gelernt habe und nehme mir eine Schale aus Hirnholz vor, obwohl so ein Monster natürlich niemend brauchen kann. Die 60 cm Tiefe dieses Rohlings sind mir dann doch ein wenig viel, da ich mir nicht vorstellen kann, daß er auf der Planscheibe hält, und mit Reitstock ist nix, auch nicht auf der VB, da ist das Teil einfach zu groß.

Deshalb säge ich ihn noch mal auseinander, 30 cm ist ja auch ne ganze Menge.

Da steht sie nun, die Baumscheibe vor meiner VB 36.

Ein Gurt herumgespannt, und damit er nicht abrutschen kann, links und rechts davon ein paar Schrauben.

Die große, 30 cm – Planscheibe mit 16 Schrauben befestigt, allerdings gefällt mir nicht, daß sie nicht wirklich fest sitzen.

Bei Ahorn oder Buche bleibt der Akkuschrauber stehen, wenn die Schraube am Anschlag ist, hier nicht. Es ist natürlich Hirnholz, aber dann noch dazu sehr weich. Na schaun mer mal …

Die Kette gehört zu einem Kettenzug, der schwere Rohlinge in die richtige Position bringt, um sie auf der Welle zu befestigen.

Also hochgezogen, und dann an der Drechselbankspindel festgeschraubt.

Eigentlich ist das Holz relativ leicht, hat aber auch sehr wenig Festigkeit.

So richtig überzeugt bin ich von der Haltekraft der 16 Schrauben immer noch nicht.

Nachdem ich nach Markierung mit einem Linien-Laser die Kanten abgesägt habe,bestätigt ein kurzer Probelauf meine Befürchtungen.

Deshalb hole ich die Baumscheibe auf dem selben Weg wieder von der Maschine herunter, auf dem sie drauf gekommen ist.

Also doch keine Herausforderung für die VB, schade.

Noch etwas Material in Richtung Schalenform weggenommen, kann der Rohling nur leichter werden.

Meine Überlegung, das Holz mittels einer 12er Gewindestange fester an die Spindel zu drücken, würde zwar sicher funktionieren, aber auch ein Loch im Schalenboden bedeuten.

Gefällt mir nicht wirklich, darüber schlafen wir mal eine Nacht.

Loch oder nicht Loch, das ist die Frage am nächsten Morgen. Solche Probleme haben den Vorteil, daß man gezwungen ist, andere, um nicht zu sagen unkonventionelle Wege zu gehen. Und schließlich werde ich doch nicht vor einem Stück Holz kapitulieren.

Und da ist sie, die Idee.

Genau so machen wir es.

In den nächsten Minuten denke ich das Projekt bis ans Ende durch und entscheide mich für die radikale Methode.

Ich säge die Scheibe also wie einen Kuchen auf.

Schon werden die Stücke etwas handlicher.

Jedes Einzelstück oben nochmal schräg abgesägt.

Übrig bleiben 6 relativ kleine Rohlinge.

Eine Planscheibe auf die letzte Schnittfläche geschraubt und das Ganze mit dem Spannfutter gehalten, das kann man jetzt ziemlich einfach rund machen … wenn es nicht so eine Sauerei wäre.

Da Holz spritzt nicht nur in alle Richtungen, sondern die Soße läuft auch direkt an der Maschine und an der Röhre runter, noch dazu wird alles sofort richtig schwarz. Das Holz hat Gerbsäure.

Eigentlich ist das gar kein Holz, sondern ein nasser Schwamm, bzw. gerade so viel Holz, dass unter normalen Umständen das Wasser nicht von selber davon läuft.

Sonst mache ich das nicht, aber hier ist man gezwungen, die Maschine und alles metallene im Umfeld vor dem Feierabend zu reinigen.

Das erste Kuchenstück wird innen und außen leicht rund sehr grob vorgedrechselt …

und auf beiden Seiten mit einer Halterung für die weitere Bearbeitung versehen.

Das erste Teil ist für heute fertig und wird vorläufig dem Trocknungsprozeß übergeben. Naß reißen die Fasern beim Drechseln ziemlich aus.

Das zweite Teil ist dran, Planscheibe drauf, und grob vorgedrechselt.

Die Rindeneinschlüsse gehen doch ganz durch, hoffentlich beeinträchtigt das die Stabilität nicht allzusehr.

So sieht Stahl aus, der naß geworden ist. Ich werde noch zum Putzteufel.

Ich hab mirs schon gedacht. Die Rindeneinschlüsse gehen teilweise ganz durch, dadurch werden aus einem Kuchenstück zwei.

Also neu aufgespannt.

Das ganz kleine Stück lassen wir mal weg, vielleicht fällt das am Ende gar nicht auf.

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2 Responses to Ein Mammut – Projekt

  1. Sali Thomas,

    sehr schöner Stamm, habe auch noch in diesen Dimensionen.

    Aussergewöhnliche Arbeitstechnik mit einer Hirnholzschale!
    Bin sehr gespannt auf das Resultat und ich bewundere deinen Mut für neue Wege!

    Grüsse aus der Schweiz.
    Heinz Hintermann

  2. Gerhard W says:

    Hallo Thomas
    Tolle Idee hast du da gehabt mit den Kuchenteilen , bin schon auf
    die nächsten Schritte gespannt .
    Gruß Gerhard W.

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