Vom Eichenriesen zur Schale

Große Schalen und Hohlgefäße aus einem besonderen Eichenstamm

Diese große Eiche stand nur etwa 100 Meter von meiner Werkstatt entfernt. Wann immer ich an ihr vorbeifuhr, beschäftigte mich der Gedanke, eines Tages aus ihrer ersten Gabelung eine große Schale zu schaffen.

Dann nahm mir ein Gewitter die Entscheidung ab: Ein Blitz schlug in einen Ast der Eiche ein. Daraufhin beschloss der Besitzer, den Baum von einer Spezialfirma entfernen zu lassen. Im August 2016 wurde die Eiche gefällt – und zwei Wochen später lagen die größten Teile des Stammes vor meiner Werkstatt: rund vier Meter lang und etwa vier Tonnen schwer.

Das Zählen der Jahresringe ergab ein ungefähres „Geburtsjahr“ von 1910. Mehr als ein Jahrhundert Wachstum steckte also in diesem gewaltigen Stamm – und damit reichlich Material für einige außergewöhnliche Projekte.

Aus dem Holz entstanden mehrere große bis sehr große Schalen und Hohlgefäße. Ihre Herstellung erforderte nicht nur Geduld und Ausdauer, sondern auch besondere Vorrichtungen, improvisierte technische Lösungen und gelegentlich etwas Mut. Auf dieser Themenseite habe ich die ausführlichen Projektberichte und weitere Arbeiten aus dieser Eiche zusammengestellt.

Projekt Eichenschale – die erste große Schale

Der erste ausführliche Bericht dokumentiert den Weg vom vier Tonnen schweren Eichenstamm bis zur fertigen Schale. Schon der Zuschnitt der gewaltigen Astgabel stellte eine Herausforderung dar. Der Rohling wog anfangs etwa 700 Kilogramm und brachte Werkstatt, Hebezeuge und Drechselbank an ihre Grenzen.

In zahlreichen Bildern zeige ich die einzelnen Arbeitsschritte: vom Zerteilen und Bewegen des Rohlings über das Drechseln und Fräsen bis zum Schleifen und zur abschließenden Oberflächengestaltung.

Zum Bericht „Projekt Eichenschale“

Ein Eichenkoloss nimmt Form an

Aus demselben Stamm entstand ein weiteres Objekt, irgendwo zwischen Schale und Hohlgefäß. Die fertige Arbeit misst 110 Zentimeter im Durchmesser und 35 Zentimeter in der Höhe; der ursprüngliche Rohling wog rund 350 Kilogramm.

Auch dieses Projekt führte meine technischen Möglichkeiten bis an ihre Grenzen. Während der Trocknung entstandene Risse wurden mit Schwalbenschwanzverbindern aus Bubinga stabilisiert und zugleich zu einem gestalterischen Element. Der ausführliche Bilderbericht zeigt sowohl die Herstellung als auch das fertige Objekt aus verschiedenen Perspektiven.

Zum Bilderbericht „Ein Eichenkoloss nimmt Form an“

Vom Eichenklotz zur Schale – mit Video

Bei diesem Projekt wurde ein weiterer unförmiger Eichenklotz zu einer Schale mit etwa 80 Zentimetern Durchmesser und 30 Zentimetern Höhe. Bilder und ein Video vermitteln einen unmittelbaren Eindruck davon, wie sich der schwere Rohling Schritt für Schritt in ein fertiges Objekt verwandelt.

Zum Bericht „Projekt Eichenschale – mit Video“

Weitere Hohlgefäße aus dieser Eiche

Neben den großen Schalen sind aus dem Holz der alten Eiche noch weitere Hohlgefäße entstanden. Obwohl sie alle aus demselben Stamm stammen, besitzt jedes von ihnen durch Form, Maserung, Naturrand und Oberflächengestaltung einen ganz eigenen Charakter.

Ein Baum – viele neue Formen

Die Eiche ist verschwunden, doch ein Teil ihrer Geschichte lebt in diesen Schalen und Hohlgefäßen weiter. Aus einem Baum, an dem ich viele Jahre vorbeigefahren bin, wurden schließlich Arbeiten, die mich wohl noch ebenso viele Jahre begleiten werden.

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