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Ein ganz normaler Kreisel, in Farbe

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Bevor ich meine Farbtöpfe wieder wegstelle, habe ich noch eine Serie normaler, bunter Kreisel gemacht.

Vor dem zugehörigen Video am Ende des Beitrags noch ein paar Erläuterungen:

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Das verwendete Spannfutter besteht aus Spannzangen (hier 25 mm) mit Anzugsgewinde.

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Das Gegenlager beim Drechseln ist die Reitstockeinheit aus meiner Kugelspannvorrichtung, mit einem Holzeinsatz, der in der Mitte eine Vertiefung hat, so daß er an der Kreiselspitze gegen halten kann. Zwischen beiden Teilen sorgen ein paar Tellerfedern für ein bischen Elastizität.

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Ach ja, und als Spitzschutz beim Malen dient eine alte Konservendose mit mk2-Aufnahme, die ich jeweils über den Kreisel schiebe, damit mir die Werkstatt nicht versaut wird. Konservendosen gibts schon länger, mk2-Konus auch, aber in der Verbindung Dose + Konus ist es eine Eigenentwicklung.

Und jetzt viel Spaß beim Video, das das Drechseln und die Farbgestaltung zeigt.

Turmkreisel, in Farbe

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Hier wieder mal eine Drechselbank voller bunter Turmkreisel. Die Bemalung ist zwar ziemlich aufwändig, hat aber aus meiner Sicht mit „malen“ relativ wenig zu tun. Ich spreche daher lieber von technischen Spielereien mit Farben.

Aber nun zu den einzelnen Schritten der Gestaltung:

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Zuerst werden die beiden Teile, Turm und Kreisel, grundiert.

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Danach trage ich mit Acrylfarbe den Grundüberzug auf, den ich an einigen Stellen ins Schwarze verlaufen lasse.

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Für die weiter Farbgestaltung habe ich mir eine besondere Halterung gebaut, mit deren Hilfe nicht nur der Turm in der Drechselbank, sondern auch um seine eigene Achse gedreht werden kann. Dies ist zum Auftragen der Farbpunkte sehr hilfreich.

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Ich trage diese mit einem kleinen Pinsel auf, durch anschließende Rotation in der Drechselbank verlaufen die Punkte dann zur Turmspitze hin. Wegen der entstehenden Luftverwirbelungen tun sie dies nicht gerade, sondern in sauber geschwungenen Linien.

Eine zurechtgeschnittene Schachtel fängt die dabei herumfliegenden Farbspritzer auf.

Und für alle Sicherheitsfanatiker: Mit hat es dabei zwar noch nie einen Kreisel zerlegt, aber natürlich gehe ich beim Rotieren des Objektes auf Abstand.

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Auch für den Kreisel selbst habe ich mir eine Vorrichtung gebaut.

Normalerweise dreht man einen Kreisel beim Bemalen um seine eigene Achse, so daß die innen aufgetragenen Farbpunkte durch die Fliehkraft nach außen verlaufen, was mir allerdings zu einfach war. Ich wollte die Punkte von außen nach innen verlaufen lassen, was auch eher zu der Kreiselform passt.

Auch hier wieder der Karton als Spritzschutz, und beim Drehen ein bischen Abstand, man kann ja nie wissen.

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So könnte der bemalte Kreisel dann aussehen.

Das waren grob die einzelnen Schritte, die genaue Vorgehensweise im Detail zeigt das anschließende Video (16 min).

Turmkreisel, Schritt für Schritt

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In diesem Beitrag möchte ich zeigen, wie ich Turmkreisel herstelle.

Vorab zur Geschichte: Die Kreiseltechnik ist nicht neu, und schon gar nicht von mir.
Kreisel dieser Art gibt es auf einer französischen Webseite, und auch in Deutschland haben einige Drechsler diese Technik verwendet.

Was von mir ist, ist lediglich das Design des hier gezeigten Turmkreisels.

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Ich richte mir also vier verschiedene Rohlinge her.
Das Kantel ca. 4 x 4 cm und 25 cm lang.
Für die Grundplatte ein Brettchen ca. 8 x 8 cm, und 1 cm dick.
Für den Kreiselkörper verwende ich 48 mm Rohlinge, 30 mm lang,
und ein 12 x 12 mm Kantel aus Birnbaum für den Kreiselstiel.

Als erstes fange ich mit der Grundplatte für den Turm an.

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Ich klemme das Brettchen zwischen eine Planscheibe und eine Körnerspitze, die bei mir durch eine Druckfeder an das Werkstück gepresst wird. Das geht natürlich auch mit einer „normalen“ Spitze, ein Stützring sollte allerdings schon sein. Um einen besseren Mitnahmeeffekt zu erzielen, habe ich die Vorderseite der Planscheibe gerändelt, also etwas strukturiert.

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So sieht das dann aus.
Nun wird das Brettchen rund gedrechselt.

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Danach spanne ich das Teil in passende Spannbacken, die nur etwa 4 mm tief greifen, und drechsle die Unterseite etwas hohl, damit der Turmkreisel später gut steht.

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Das Holzstück anders herum gespannt, wird die Vorderseite gedrechselt.

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Mit einem 20er Forstnerbohrer wird die Aufnahme für den Haltezapfen am Turm ein paar Millimeter gebohrt.

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Nun spanne ich das Teil wieder zwischen die Planscheibe und eine spezielle „Körnerspitze“, die genau in die 20er Bohrung paßt.

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Für diese von mir selbst entwickelte Spitze habe ich viele spezielle Einsätze, im Moment verwende ich die vierte von links.

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So sollte die Grundplatte am Schluß aussehen.

Und damit es nicht zu trocken wird, hier ein kleines Video, das die bisherigen Schritte im Zusammenhang zeigt.

Nun wenden wir uns dem Turm zu, der dem Kreisel seinen Namen gibt.

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Dazu spanne ich das große Kantel zwischen die Spitzen und drechsle die Form grob vor, und an dem einen Ende, im Bild oben, die Aufnahme für ein 30er Spundfutter.

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Im Spundfutter fliegend gespannt, bohre ich die Lauffläche für den Kreisel ein.

Ich verwende dazu einen Forstnerbohrer, bei dem ich die Spitze weggeschliffen habe, und dessen beiden Schneiden eine kleine Mulde ergeben.

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Für die weitere Bearbeitung wird das Holz von einer „Körnerspitze“ gehalten, die genau in die gebohrte Kreisellauffläche passt.

Für den Kopf des Turms, markiere ich 17 mm von oben.

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Nun drechsle ich den Turm fertig.

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Vor dem Abtrennen des Turmes wird noch ein 20 mm Zapfen angedreht.

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Turm und Grundplatte werden zusammengesteckt und mit Holzleim verklebt.

Auch hier wieder ein kurzes Video, das die letzten Schritte noch einmal veranschaulicht.

Jetzt fehlt uns nur noch der Kreisel selber.

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Dazul mache ich zuerst den Stiel.
Ich spanne das Birnbaumkantel in ein 12mm Spundfutter, das in einem Spannzangenfutter gehalten wird.
Als Gegenlager (unten) dient eine kleine Körnerspitze mit Stützring.

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Nun drechsle ich den Stiel mit einem 6mm-Zapfen. Als Maß dient mir hier ein entsprechender Gabelschlüssel.

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Auf beiden Seite abstechen, fertig!

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Für den Kreiselkörper spanne ich den 48mm-Zylinder in genau passende Backen, die keine Abdrücke hinterlassen.

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Ein 6 mm breiter Zapfen wird die Kreiselspitze,

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mit der Röhre drechsle ich die Schräge.

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Nun steche ich mit dem 6 mm breiten Abstechstahl soweit, wie hier auf dem Bild gezeigt, ein.

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Mit einem Minischaber arbeite ich die Unterseite rund heraus.

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Nun der Anfang für die Oberseite, die halbrund werden soll.

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Das Holzstück passt umgedreht wieder in die selben Backen, um die Oberseite fertig zu machen.

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Ein 6 mm Bohrer sorgt dafür, daß der Zapfen des Kreiselstiels genau passt.

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Ein Tropfen Holzleim hält den Stiel fest, den ich mit einer Spitze, die in der Mitte eine kleine Mulde hat, bei langsam laufender Maschine hinein drücke.

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Abgesehen von der Oberflächenbehandlung ist damit ein funktionierender Turmkreisel fertig.

Und nun auch noch diese letzten Schritte zur Verdeutlichung und Wiederholung als Video.

Und zum Schluß noch eine Information:

Um die kommerzielle Nachahmung dieses Turmkreisels zu verhindern, habe ich mir dessen Design schützen lassen.

Und nun viel Spaß und Erfolg beim Nachbau.

Thomas Häckel

Kreiselstiele

Egal ob Finger-, Turm- oder normale Kreisel, im Moment verwende ich dazu immer dieselben Stiele.

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Sie sind meistens aus Birnbaum, der lässt sich schön und fein drechseln, damit entfällt auch das Schleifen.

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Zuerst spanne ich die Rohlinge zwischen die Spitzen. Im Reitstock verwende ich eine Schiebepinole, die ich mit einer Druckfeder versehen habe. Diese Feder drückt die Pinole und damit auch das Vierkantholz gegen den Mitnehmer.

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Nun drechsle ich den Rohling rund, an der rechten Seite bekommt er den Durchmesser von 12 mm und einen kleinen Konus, damit ich ihn nachher in ein Mini-Spundfutter spannen kann. Die verwendete Körnerspitze hat genau 12 mm Durchmesser, ich kann mich beim Drechseln des Durchmessers also danach richten, ohne zu messen.

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Ein 12 mm Spundfutter hält nun den Rohling, und die Druckfeder drückt die Körnerspitze dagegen, d..h. ich muß das Holz gar nicht einschlagen.

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Nochmal kurz drüber gedrechselt, …

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dann geht es an den Stiel.

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Mit der Röhre mache ich eine kleine runde Nut.

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Als Abschluß mit dem Abstechstahl ein Zapfen von 6 mm hingedreht. Als Maß dient hierzu ein passender Gabelschlüssel.

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Nun mit dem Meißel den Stiel oben abschneiden, wichtig ist, davor die Reitstockspindel festzuspannen, damit der Federdruck auf den Stiel weg ist.

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Stiel unten abstechen, und fertig.

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Durch einen leichten Druck von unten an das restliche Holzstück wird dieses aus dem Spundfutter gelöst.

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Für hartnäckige Fälle, wenn das Restholz also zu fest sitzt, verwende ich den Ausstoßer, eine passende Stange, die in der Hohlspindel sitzt.

Sie ist so gearbeitet, daß sie auch bei drehender Spindel drin verbleiben kann.

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Ein kurzer Schlag auf den Knopf links aussen, und das Holzstück hat keine Chance.

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Und hier das Ergebnis, meine Kreiselstiel-Normalausführung für alle Arten von Kreiseln.

Fingerkreisel

Bevor wir anfangen zu drechseln, ein Beitrag zum Thema „saubere Luft“.

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Ein bischen feiner Staub entsteht immer, auch wenn das Eisen noch so gut schneidet, deshalb habe ich hinter der Drechselbank einen Raumluftfilter angebracht.

Auf Stufe 1 ist er kaum zu hören, saugt aber zuverlässig die feinen Stäube ab, die beim Drechseln entstehen. Nach 1 bis 2 Stunden ist er richtig weiß vor Staub, d.h. er hat seinen Dienst getan.

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Und da immer zu wenig Platz ist, habe ich ein Brett mit Löchern davor gehängt, auf dem ich kleine Dinge schnell mal ablegen kann.

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Als Rohling verwende ich 62 mm Holzscheiben, die ich auf der Kreissäge abgesägt habe.

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Die Scheibe passt genau in 62er Spannbacken, nicht mit Schwalbenschwanz, sondern gerade, damit keine Abdrücke entstehen.

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Zuerst die Kreiselspitze mit dem Schaber. Die Spitze ist innenliegend, d.h. sie schaut aus dem Kreiselkörper nicht heraus.

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Aussen ganz leicht wegnehmen, damit das Holzstück sauber rund ist.

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Ein bischen drüber schleifen, und die Kante etwas brechen.

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Dann das Werkstück umspannen, und die obere Seite des Kreisels drechseln.

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Mit dem Meissel eine Zentrierbohrung anbringen, damit der Bohrer nachher genau weiß, wohin er schneiden soll.

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Für Kreiselstiele verwende ich generell einen 6 mm Bohrer.

Da ich ihn immer wieder mit der Körnerspitze austauschen muß, habe ich ihm eine Halterung verpasst, die den gleichen Durchmesser hat. Es ist einfach nervig, das Bohrfutter bei jedem Kreisel von 13 mm auf 6 mm zuzudrehen, und dann wieder auf.

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Für die optimale Lochtiefe sorgt ein draufgeschobenes Holzröhrchen, dass den Bohrer nur soweit herausschauen lässt, wie erforderlich. Ich kann also einfach bis zum Anschlag bohren.

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Bei langsam laufender Maschine etwas Holzleim reindrücken.

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Mit meiner „negativen“ Körnerspitze drücke ich dann den Kreiselstiel in den Körper.

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Mit der linken Hand den Stiel halten und mit der Pinole bei geringer Drehzahl reindrücken.

Das geht bei laufender Maschine besser, als wenn sie steht.

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Fertig.

Nun könnte man den Kreisel noch wachsen, in diesem Fall wird er aber bemalt, das wird aber ein anderes Thema, genauso wie das Drechseln der Kreiselstiele.

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Noch die Funktionsprüfung … ok, der Nächste bitte.

Gruß Thomas

Herstellung eines Wendekreisels

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In diesem Beitrag möchte ich die Herstellung eines Wendekreisels zeigen. Das Video am Schluß ist deutlich später aufgenommen, zeigt aber im Grundsatz dasselbe, zumindest was das Ergebnis betrifft.

Aus einem Stück Zwetschgenholz habe ich einen Zylinder gedrechselt.
Dieser wird vorne sauber abgedreht.

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An der Stirnseite wird ein kurzer Zapfen herausgedrechselt.

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Der Durchmesser des Kreisels wird mit den Zirkel abgenommen, …

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… und auf dem Zylinder markiert,  damit die Kugel auch wirklich rund wird.

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An der Markierung wird gut die Hälfte des Durchmessers abgestochen.

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Nun werden links und rechts die Kanten mit 45 Grad abgedreht, …

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… so lange, bis die einzelnen Kanten ungefähr gleich groß sind.

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Die beiden Kanten in der Mitte werden abgerundet.

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Mit Schleifpapier wird die Rundung etwas geschliffen.

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Der Stiel an der Vorderseite wird verlängert, indem von der Kugel etwas Material abgedrechselt wird.

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Mit einem Schaber, den ich für diesen Zweck aus einem kleinen Drehstahl geschliffen habe, wird der Stiel in die Kugel hinein verlängert.

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Die Vertiefung sollte gut bis in die Mitte der Kugel gehen.

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Der Kreisel wird noch geschliffen, …

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… und mit Schleifvlies endbehandelt.

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Mit einem Stück Restholz wird die Kante etwas angesengt, der braune Ring passt dann ganz gut zu der dunklen Farbe des Holzes.

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Nun wird der Kreisel fast (bis auf ca. 5 mm) abgestochen.

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Mit dem Meißel wird die untere Rundung gedrechselt.

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Nun wird der Kreisel mit dem Meißel komplett abgestochen.

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Nun mit ein bischen Gefühl nochmal leicht einspannen …

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… kurz drüber schleifen, …

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… und mit Vließ endbehandeln.

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Der fertige Wendekreisel.

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Natürlich muß jeder einzelne Kreisel durch die Endkontrolle, ob er sich auch wirklich auf den Kopf stellt.


und hier noch ein kleines Video, das das Drechseln eines Wendekreisels zeigt, allerdings deutlich später entstanden.