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Drechsler-Wissen-Forum

Hallo zusammen,

forum

Um die Kommunikation und Diskussionen über drechslerische Themen auf dieser Seite zu vereinfachen, habe ich zusätzlich ein Forum eingerichtet. Über den ersten Menüpunkt (ganz links) kann man zwischen Forum und Webseite umschalten.

Über eine rege Beteiligung würde ich mich freuen.

Fachliche Dinge bitte im Forum posten, für nicht so wichtige Themen, d.h. Themen die in ein paar Wochen nicht mehr wirklich interessant sind, habe ich darunter eine Box eingerichtet, deren Einträge nach 21 Tagen automatisch wieder gelöscht werden.

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Erfahrungen mit Mammutbaum

Erste Versuche mit einem Stück Mammutbaum zeigen, daß es sich nass nicht gut drechseln läßt, da es ziemlich große Ausrisse gibt.

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Deshalb habe ich versuchsweise eine kleine Baumscheibe mit ca. 15 cm Durchmesser 2 Tage auf meinen Zimmerofen gelegt und so ziemlich aggressiv angetrocknet. Trotzdem ist dabei kein Riß entstanden.

Nun habe ich einen kleinen Teller gedrechselt. Es geht besser als vorher, trotzdem ist das Holz noch zu nass.

Nach 2 Stunden Räuchern in Ammoniak ist das Rot im Kern sehr nachgedunkelt.

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Wie trocknest Du deine Hölzer?

Hallo,
wie trocknest Du deine Hölzer?
Ich habe im Frühjahr ein paar Zwetschgenstämme ergattert. Diese habe ich in ca. 30 cm lange Stücke geschnitten und die Hirnholzflächen mit einem Acryllack gegen zu schnelle Austrocknung beschichtet. gelagert habe ich diese in einem überdachten nicht zu zugigen Schattenbereich.  Neulich habe ich mir die Stücke mal wieder angesehen und musste feststellen, das diese doch zum Teil heftig gerissen sind.
Was kann man besser machen?
Viele Grüße

Hallo,
ich antworte vorerst mal  hier, da ich gerade am Überlegen bin, wie ich überhaupt mit Fragen auf dieser Seite umgehe, möglicherweise mache ich da eine eigene Seite dafür.

Grundsätzlich hast du eigentlich fast alles richtig gemacht, allerdings ist Zwetschgenholz eines der rissfreudigsten Hölzer überhaupt, und es ist sehr schwierig, größere Stücke rissfrei zu trocknen. Es gibt natürlich technische Möglichkeiten mit heißem Dampf bzw. Unterdruck, ich gehe aber davon aus, dass diese beim „Normalanwender“ ausscheiden.

Grundsätzlich würde ich Holzstämme immer in längeren Stücken lagern, soweit das möglich ist. Wenn ein 30 cm Stück an beiden Stirnseiten 10 cm reißt, dann ist es damit praktisch wertlos und nur noch als Brennholz geeignet.

Im Normalfall drechsle ich solche Hölzer so bald wie möglich vor, d.h. aus dem nassen Holz Schalen vordrechseln, oder Bohlen bzw Kanteln sägen. Je dünnwandiger, desto mehr kann das Holz arbeiten, bzw. sich verformen, ohne zu reißen.

Trotzdem hat man natürlich immer einen gewissen Prozentsatz des Holzes, das auch bei fachmännischer Trocknung Risse bekommt, und wie oben beschrieben, ist dieser Anteil ist bei Zwetschge besonders hoch.

Gruß Thomas

(und wenn jemand noch andere gute Tipps für diesen Fall hat, kann er sie hier natürlich gerne als Kommentar anhängen)

Holzvorbereitung für Schreibgeräte

Als Nachtrag bzw. Ergänzung zu meinem Beitrag über die Herstellung von Schreibgeräten hier eine kurze Beschreibung, wie ich inzwischen die zugehörigen Holzrohlinge fertige.

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Zuerst säge ich die Rohlinge auf die für den Schreibgerätebausatz passende Länge + ca. 2mm und bohre sie dann passend auf der Drechselbank.

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Dann spanne ich sie auf ein stabiles Mandrel, in diesem Fall passend für die Rohlinge zum Füller „Gentleman Jr II“. Für jeden Schreibertyp habe ich mir dazu ein bzw. zwei Mandrels gefertigt, die die Hölzer ohne eingeklebte Hülsen fest halten.

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Dann ein paar Mal mit dem Drechseleisen drüber gehen, und das Holz hat den erforderlichen Durchmesser.

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Für die Lagerung binde ich die beiden zusammengehöhrenden Röhrchen locker zusammen.

Durch die gleichmäßige Wandstärke von ca. 3 – 4 mm und den fehlenden Kern, können die Hölzer noch mal in Ruhe ein paar Wochen nachtrocknen und Spannungen abbauen. Für die künftige Formgebung ist noch genug Material vorhanden.

In diesem Zustand werden die Rohlinge dann in Holzfestiger stabilisiert.

Im Moment experimentiere ich mit Kunstharz-Stabilisierung in einer Unterdruckkammer, auch hierbei ist es hilfreich und deutlich kostengünstiger, wenn nur das wirklich benötigte Material mit Harz gefestigt wird.

 

Fingerkreisel

Bevor wir anfangen zu drechseln, ein Beitrag zum Thema „saubere Luft“.

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Ein bischen feiner Staub entsteht immer, auch wenn das Eisen noch so gut schneidet, deshalb habe ich hinter der Drechselbank einen Raumluftfilter angebracht.

Auf Stufe 1 ist er kaum zu hören, saugt aber zuverlässig die feinen Stäube ab, die beim Drechseln entstehen. Nach 1 bis 2 Stunden ist er richtig weiß vor Staub, d.h. er hat seinen Dienst getan.

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Und da immer zu wenig Platz ist, habe ich ein Brett mit Löchern davor gehängt, auf dem ich kleine Dinge schnell mal ablegen kann.

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Als Rohling verwende ich 62 mm Holzscheiben, die ich auf der Kreissäge abgesägt habe.

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Die Scheibe passt genau in 62er Spannbacken, nicht mit Schwalbenschwanz, sondern gerade, damit keine Abdrücke entstehen.

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Zuerst die Kreiselspitze mit dem Schaber. Die Spitze ist innenliegend, d.h. sie schaut aus dem Kreiselkörper nicht heraus.

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Aussen ganz leicht wegnehmen, damit das Holzstück sauber rund ist.

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Ein bischen drüber schleifen, und die Kante etwas brechen.

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Dann das Werkstück umspannen, und die obere Seite des Kreisels drechseln.

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Mit dem Meissel eine Zentrierbohrung anbringen, damit der Bohrer nachher genau weiß, wohin er schneiden soll.

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Für Kreiselstiele verwende ich generell einen 6 mm Bohrer.

Da ich ihn immer wieder mit der Körnerspitze austauschen muß, habe ich ihm eine Halterung verpasst, die den gleichen Durchmesser hat. Es ist einfach nervig, das Bohrfutter bei jedem Kreisel von 13 mm auf 6 mm zuzudrehen, und dann wieder auf.

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Für die optimale Lochtiefe sorgt ein draufgeschobenes Holzröhrchen, dass den Bohrer nur soweit herausschauen lässt, wie erforderlich. Ich kann also einfach bis zum Anschlag bohren.

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Bei langsam laufender Maschine etwas Holzleim reindrücken.

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Mit meiner „negativen“ Körnerspitze drücke ich dann den Kreiselstiel in den Körper.

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Mit der linken Hand den Stiel halten und mit der Pinole bei geringer Drehzahl reindrücken.

Das geht bei laufender Maschine besser, als wenn sie steht.

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Fertig.

Nun könnte man den Kreisel noch wachsen, in diesem Fall wird er aber bemalt, das wird aber ein anderes Thema, genauso wie das Drechseln der Kreiselstiele.

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Noch die Funktionsprüfung … ok, der Nächste bitte.

Gruß Thomas

Schleifen mit Autoreifen

aus dem Drechsler-Forum vom Juni 2010

Hallo zusammen,

bei meinen letzten Projekten habe ich sehr viel schleifen müssen. Am meisten verwende ich dabei die 50 mm Schleifrolle vom Kirjes-System (im Bild rechts unten). Leider gibt es die nicht größer.

Deshalb habe ich meine Drehbank angeworfen und eine 80er Schleifrolle gebaut, die man genauso wie die Originalschleifkörper, aufpumpen kann.
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Als Gummikörper habe ich Reifen von Modellautos hergenommen.
Mit den Off-Road-Reifen ist die Schleifrolle weicher, mit den Slicks etwas härter.
Beide funktionieren ganz gut.

Leider gibt es diese Reifen, in diesem Fall vom Buggy, nur in 4cm Breite.